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Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen.

Jesaja 5, 20


 

Was für ein Monatsspruch! Der kommt sehr ungewöhnlich daher, na ja - zumindest als Monatsspruch. Man könnte denken, dieser Vers ist eine Überschrift eines Artikels aus einer Wochenzeitung. Dabei sind diese Worte vor über 2.500 Jahren gesprochen worden. Gleichwohl ist unsere aktuelle gesellschaftliche Diskussion geprägt von einem unüberschaubaren Hin und Her, was wohl richtig und was dagegen falsch ist; vor allem wer da wohl falsch liegt, wird ständig postuliert - oft im Besitz der Wahrheit meinend und gegeneinander gerichtet.

Je tiefer man in dieses fünfte Jesaja-Kapitel aus der Bibel hineinschaut, desto deftiger wird es.

(Mein Lieber) … ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht. 3. Joh 2

 


 Was für ein Monatsspruch! Das nenne ich mal eine richtige Wohltat aus der Feder von Johannes. Wohl gemerkt, wir haben hier keine Glückwunschkarte vor uns, sondern einen Vers aus der Bibel, konkret aus dem 3. Brief von Johannes. Der Empfänger dieser Grüße ist Gajus. Johannes bedankt sich wohl für dessen Gastfreundschaft. Gajus hat wohl Johannes beherbergt, der sich vermutlich als Ältester um dessen Gemeinde gekümmert hat.

Schon die Anrede ist bemerkenswert, weil sie so anders ist. Da steht nicht: „Meine lieben Kinder, ich ermahne euch aber, dass ihr …“ Also einmal keine Ermahnung, der man erst einmal nachkommen müsse, wie an manch anderer Stelle von Johannes niedergeschrieben. Da ist auch nicht die Rede von einer Verheißung, also von einem Versprechen Gottes, dass man für schwierigere Zeiten zugesprochen bekommt.

„Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.“ (Ps.42:3)


 

Ist es nicht etwas schräg, dass die lebenswichtigsten Dinge einfach so an uns vorbeirauschen und wir merken es nicht einmal. Wir nutzen sie zwar intensiv, ohne dass uns das aber wirklich bewusst ist. Erst wenn sie einmal fehlen, fährt der Notstandsmodus hoch. Dann wird schnell klar, was wir an ihnen haben und wie dringend wir sie brauchen.

So atmen wir mit der größten Selbstverständlichkeit den Sauerstoff der Luft, ohne dabei auch nur ein einziges Mal einen Gedanken daran zu verschwenden. Das Leben scheint sich so nebenher zu ereignen.

Ähnlich läuft es mit dem Wasser.

Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem Herrn, denn er kommt, um die Erde zu richten. 1. Chr. 16,33


 

Liebe Leserinnen und Leser,

zugegeben, das ist kein sommerlich-leichter Vers als Monatsspruch. Irritierend finde ich zum einen, dass Bäume hier vermenschlicht werden und Gott loben sollen, und zum anderen ist der Grund dafür für mich befremdlich: Gott kommt, um die Welt zu richten. Das klingt für mich eher wie Apokalypse und Weltuntergang, jedenfalls ist es kein Grund für lautstarken Jubel. Oder doch?

Wie so oft in der Bibel (und im Leben) kommt es auf den Zusammenhang an. Unser Vers für den Monat August steht in einem Buch des Alten Testaments, das vor allem Geschichtliches berichtet. David gegen Goliath – sozusagen wortwörtlich zu nehmen. Konkret ist der Vorlauf unseres Verses der Umstand, dass die Bundeslade als heiliger Gegenstand nach Jerusalem, der neuen Hauptstadt des damaligen Reiches, gebracht worden ist. König David hat die Stadt erobert und macht sie nun zum religiösen und politischen Zentrum Israels. Da darf die Lade, auch wenn noch kein Tempel steht, nicht fehlen. Bis Davids Sohn Salomo den ersten Tempel bauen wird, vergehen noch Jahrzehnte. Nun muss erst einmal ein Zelt reichen.

In diesem Kontext lässt David ein Fest feiern, beschenkt das Volk mit Brot und Kuchen und beauftragt den Musiker Asaf zum ersten Mal, Gott zu loben (vgl. die V. 1 bis 7 dieses Kapitels). Dieser Asaf ist vielen vielleicht durch die Psalmen bekannt, wo er häufig als Verfasser dieser in Erscheinung tritt.

Unser Vers steht in einem solchen Lobgesang auf Gott und seine Taten, die er begangen hat. In diesem preist Asaf in Davids Auftrag Gott für all die Wunder, die er für das Volk Israel getan hat und stellt das natürlich entsprechend bildhaft dar. Nicht nur die Bäume sollen jubeln, auch der ganze Himmel und das Meer sowie die Felder, so liest man es in den Versen davor (30-32).

Gott erscheint hier als „Wunder“, als Retter und eben auch als Richter, und zwar als Richter über die Feinde Israels, die hier von David bezwungen wurden. Für uns heutzutage ist dies eben keine selbstverständliche Vorstellung mehr. Generell ist mir die euphorische Begeisterung anderer schnell fremd und ich kann sie selten nachvollziehen; das muss nicht einmal ein religiöser Kontext sein: Wie Fußball-Fans jubeln oder mitfiebern, war und wird mir immer ein Rätsel sein. Bäume als Jubelnde, da gehe ich als Deutschlehrer mit, ist eben eine Personifikation in der Lyrik (was wiederum andere befremden wird, aber es ist nun einmal mein täglich Brot).

Können wir da für uns heutzutage eigentlich etwas mitnehmen oder sehen wir diese Geschichte bloß als historische Episode an? Ich denke, Jubel, Dank und Freude über Gottes Taten dürfen unser Leben mehr bestimmen als sie es bisher vielleicht tun, wir haben jedenfalls 10.000 Gründe dafür. Geben wir dem im Alltag oder Gottesdienst einfach mehr Raum. Auch wenn uns das Lyrische nicht liegen mag, können wir doch erkennen, was Asaf hier meint: Alle(s) soll(en) Gott bejubeln! Gott hat auch uns befreit, nicht von Völkern, dafür aber von Sünde und Schuld. Wenn das kein Grund für Jubel ist?

In diesem Sinne wünsche ich allen einen dankbaren August!

Stefan Klein


„Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit.“ (Sir. 1,10)


 

Liebe ist eines der stärksten, tiefsten und großartigsten Gefühle, die wir kennen. Gerade deshalb bereitet sie uns auch die stärksten, tiefsten und langanhaltendsten Schmerzen, wenn etwas mit ihr und uns nicht so ganz stimmt.

Ich kann sie vermissen und Mangel daran haben. Sie kann mir vorenthalten oder ganz entzogen werden. Sie kann verraten, missbraucht, verdreht und ausgenutzt werden. Das kann weh tun, Wunden reißen, mich ins Trauma stürzen, mein Leben erschüttern, vielleicht gar zerstören.

Noch schlimmer: Ich selber kann derjenige sein, der mit Lieblosigkeit oder allen möglichen Nuancen einer Liebe, die weder Liebe ist noch ihren Namen verdient, andere verletzt und ihnen den Raum zum Atmen oder gar zum Leben nimmt. Wenn nämlich der eigene Egoismus alle Liebesgaben des anderen an sich reißt und noch immer nicht verstanden hat, dass lieben vorrangig nicht mit Nehmen, sondern mit Geben zu tun hat. Nicht mit Glücklichwerden, sondern mit Glücklichmachen. Weil Liebe immer eine Zweisamkeit, ein Miteinander und ein sich gegenseitiges Ergänzen braucht, sonst gelingt sie nicht.

Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen.

Epheser 6,18


 

Diese Woche las ich in einem WhatsApp-Status ein Zitat, das sehr aktuell ist und mich nachdenklich stimmte: Eine Kirche auf ihren Knien ist stärker als eine Armee auf ihren Füßen.  Dazu war ein Bild einer Gemeinde, wo alle Mitglieder niederknieten und beteten.

Gerade jetzt in diesen Zeiten der Verunsicherung und des immer stärker werdenden Eindrucks der Hilflosigkeit angesichts all der Probleme in der Welt ist das unsere stärkste „Waffe“ bzw. Mittel: das (gemeinsame) Gebet. Viele Initiativen haben sich in den letzten Wochen gefunden, u.a. von Johannes Hartl, die sich zum Ziel gesetzt haben, ständig für die aktuelle Situation auf unserer Welt zu beten. Das hat auch historische Wurzeln: Schon der englische Premierminister Winston Churchill veranlasste im Zweiten Weltkrieg, dass rund um die Uhr für Frieden und Bewahrung gebetet würde.

Dranbleiben, Verbindlichkeit, Ausdauer auch bei keinen sichtbaren Fortschritten – das sind alles Dinge, die heutzutage nicht mehr angesagt sind. Gerade deshalb ist der Vers über diesem Monat so passend wie aktuell. Aber wie soll man jederzeit beten? Arbeit einstellen und Hände falten?

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